MDR Figarino zu Besuch in der VibrA School of DJing Leipzig

Meine coole Schule

DJ werden an der VibrA School of DJing

Egal ob Techno oder Hip-Hop - an der Leipziger VibrA School of DJing kann jeder lernen, seine Lieblingsmusik zu mixen und das Publikum zum Tanzen zu bringen – vorausgesetzt, er hat ein gutes musikalisches Gehör und kann geschickt mit Vinyl-Schallplatten, CDs und Technik hantieren. FIGARINO-Reporter Ben Garit Hernandez hat die Schule besucht.

DJ steht als Abkürzung für Diskjockey. Dahinter verbirgt sich auf gut deutsch ein "Scheibenreiter". Keine Party kommt ohne DJs aus, sie sorgen für den richtigen Beat und die richtige Stimmung. DJs wie Paul van Dyk, Deadmouse oder David Guetta füllen ganze Konzerthallen und werden gefeiert wie Rockstars. Wer so erfolgreich sein will, muss sein Handwerk beherrschen und hart daran arbeiten. Und das kann er z.B. an der Vibra School of Djing in Leipzig. Geleitet wird sie von DJ The Red Rooster, der in Wirklichkeit Robert Mechs heißt.

"Die Vibra School of Djing ist eine Musikschule für die Ausbildung von DJs und Musikproduzenten, und das wollen wir mit möglichst viel Freude praktizieren. Grundsätzlich kann es jeder lernen, wenn er Lust hat. Da gibt’s keine Begrenzung. Man kann sich einfach mal an so einen Plattenspieler ranstellen und spüren, wie sich das anfühlt, wenn man die Schallplatte bewegt und anfässt. Was die Jugendlichen mitbringen sollten, ist das Interesse an Musik."

DJ The Red Rooster

Das DJ-Handwerk lernt man nicht an einem Cello, am Klavier oder einer Gitarre, sondern an zwei Plattenspielern und einem Mixer. Schritt für Schritt wird der DJ-Schüler zum Club-DJ ausgebildet. Aber auch DJ-Geschichte und Grundkenntnisse des Musikgeschäfts werden an der Schule vermittelt. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen von zwei bis vier Teilnehmern einmal in der Woche eine knappe Stunde lang statt.

Eve und Janek gehören zu den Schülern. Technomusik mögen die beiden Jungs besonders gern. Schnell war ihnen klar, dass sie ihre Lieblingssongs nicht nur hören, sondern irgendwann auch mal selber auflegen wollten. Aber dieses Auflegen ist gar nicht so einfach. Wer DJ werden will, muss zunächst wissen, welches Equipment, also welche Ausrüstung, er dafür braucht. Der 13-jährige Janek kennt sich aus.

"Man hat zwei analoge Turntables beziehungsweise Plattenspieler, die beide an einen Mixer angeschlossen sind, wo dann die beiden Signale von den Turntables in den Mixer reinlaufen. Da kann man dann regulieren, wie laut das sein soll oder hoch oder tief, und dann geht das alles in die Lautsprecherbox."

Janek

Ohne Musiktheorie geht es nicht

Was ist eine Phase, welche Taktarten gibt es und was ist bei den unterschiedlichen Musikrichtungen zu beachten? Spätestens jetzt zeigt sich: Die Vibra School of Djing ist eine richtige Musikschule. Denn die Musiktheorie ist hier genau so wichtig, wie der richtige Groove an den Plattentellern. Mittlerweile haben Eve und Janek auch schwierige DJ-Techniken voll drauf. Wie zum Beispiel das Abwerfen:

"Man sucht sich einen Anfangspunkt, wo der Beat losgeht, und bewegt die Platte vor und zurück zu dem Takt von dem anderen Lied und versucht das dann so abzuwerfen, dass das synchron klingt."

Eve

Auch das Scratchen will gelernt sein. So bezeichnet man die schnellen Vor- und Zurückbewegungen auf der Platte.

Janek setzt lässig seine Kopfhörer auf. So kann er, während eine Platte schon läuft, ganz einfach die Musik einer anderen vorhören, um beide später zusammenmixen zu können. Die Bewegungen sitzen, eine Hand gleitet über die Schallplatte, während die andere zielsicher die vielen Regler und Knöpfe am Mixer bedient. Um in einem richtigen Club auflegen zu können, ist Janek mit seinen 13 Jahren aber noch zu jung. Ein DJ arbeitet nämlich dann, wenn andere feiern, also oft nach Mitternacht. So spielt Janek erst mal nur für sich und seine Freunde.

"Was macht einen Song aus, was macht eine Stimmung aus? Welcher Titel passt an welche Stelle? Das ist etwas ganz Wichtiges. Für mich bedeutet Djing, ganz viel Stimmung und Energie rüberzubringen. Die Atmosphäre soll dann in der Regel tanzbar sein, soll Spaß machen. Vor allem geht’s darum, die Geschwindigkeiten der Songs anzugleichen und das eben auch zu hören, wann es stimmt und wann es nicht stimmt."

DJ The Red Rooster

Natürlich braucht ein DJ auch einen coolen Namen. Janek heißt an den Plattentellern DJ C-light (sprich: sealight)und Eve hat sich für Zannac (sprich: ßenek) entschieden.

Übrigens: Mit dem Djing kann man gar nicht früh genug anfangen. Einer der derzeit jüngsten DJs der Welt ist der zehnjährige BabyChino aus Las Vegas. Er hat schon für Timbaland und 50 Cent aufgelegt und soll mit knapp 2.500 Dollar Gage pro Auftritt ziemlich gut im Geschäft sein.

 

Quelle: MDR Figarino (Zuletzt aktualisiert: 21. Januar 2015, 13:27 Uhr)